Rotbauch-Unken und Gelbbauch-Unken

In Europa und Asien leben mehrere Unken-Arten. Sie bewohnen ähnliche Habitate, haben ähnliche Gestalt und relativ ähnliche Ansprüche. Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe und Färbung. Unken sind recht kleine Frösche, die semiaquatisch leben und sehr beliebte Haustiere sind. In Deutschland gibt es wilde Gelb- und Rotbauchunken, sie sind im Bestand jedoch bedroht. Im Zoohandel werden regelmäßig Chinesische Rotbauchunken angeboten. Diese possierlichen Amphibien sind einfach zu pflegen und daher die ideale Art um in die Amphibien-Haltung einzusteigen. An dieser Stelle werden verschiedene Unken-Arten und ihre Pflege im Aqua-Terrarium vorgestellt.

Der Unkenreflex

Von den Unken, ist neben ihrem sprichwörtlichen Unkenrufen, auch der Unkenreflex sehr bekannt. Hierbei handelt es sich um ein Abwehrverhalten. Bei Bedrohnung wird der Körper in eine sogenannte Kahnstellung gebracht. Dies bedeutet, dass der Rücken durchgebogen wird und die Beinchen hochgehoben werden. Dadurch wird die gelbe bzw. rote Warnfärbung der Unterseite von Bauch und Beinen sichtbar. So soll dem Feind signalisiert werden, dass Unken giftig sind. Doch keine Sorge, für den Menschen ist dies vor allem bei Kontakt mit der Nasenschleimhaut und dem Auge reizend. Nachdem man Unken angefasst hat, sollte man sich dennoch die Hände mit Seife waschen. Tut man dies nicht, so kann der Giftstoff mit dem Namen Bombinin von der Haut der Unken, indirekt über die Hände ins Auge gelangen, wenn man sich kurz die Augen reibt.

Übrigens: Pfeilgiftfrösche können ihr Gift nicht selbst herstellen, sondern nehmen es in der Natur über die Nahrung auf. Daher sind in Gefangenschaft gezüchtete Pfeilgiftfrösche nicht giftig. Bei Unken sieht es anders aus, diese Tiere gebe auch als Nachzuchten das Toxin Bombinin über die Hautdrüsen ab.

Welche Unken-Arten gibt es?

Unken gehören zu den Froschlurchen, das sind die Amphibien ohne Schwanz. Im Gegensatz dazu haben Schwanzlurche, zum Beispiel Feuersalamander, einen Schwanz.

Alle Unken sind in der Gattung Bombina zusammengefasst. Diese Gattung wird in sechs Arten unterteilt, dies sind:

  • Europäische Rotbauchunke, Bombina bombina
  • Chinesische Rotbauchunke, Bombina orientalis
  • Gelbbauchunke, Bombina variegata
  • Apennin-Gelbbauchunke, Bombina pachypus
  • Lichuan-Rotbauchunke, Bombina lichuanensis
  • Riesenunke, Bombina maxima

Zwei weiteren Arten kann man in der Literatur begegnen. Dies sind die Guangxi-Rotbauchunke (Bombina fortinuptialis) und die Hubei-Rotbauchunke (Bombina microdeladigitora). Beide Arten werden von Experten jedoch nicht mehr anerkannt und wurden mit der Riesenunke zusammengefasst, heißen heute also auch Bombina maxima.

Rotbauchunken, Bombina bombina

Die Europäische Rotbauchunke wird meistens einfach Rotbauchunke genannt. Sie erreichen eine Körperlänge von gerade einmal 4,5 cm. Die Rotbauchunke hat von allen Unken das größte Verbreitungsgebiet und kommt auch im Nord-Osten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg) vor. Sie bevorzugt kühlere und schattigere Lebensräume, als die anderen Unken. Ihre rote Bauchzeichnung wird durch Aufnahme Canthaxanthin-haltigen Futters erreicht, dieser roter Farbstoff kommt in Krebstieren vor, zum Beispiel in Wasserflöhen.

Europäische Rotbauchunken werden seit Jahrzehnten erfolgreich in Gefangenschaft vermehrt. Da sie unter Artenschutz stehen, ist es nicht erlaubt sie in der Natur zu fangen. Nachzuchten von einem Züchter benötigen Artenschutz-Papiere und sind meldepflichtig. Sie sind in der Haltung etwas anspruchsvoller, als andere Unken, daher nicht als erste Unke zu empfehlen.

Chinesische Rotbauchunken, Bombina orientalis

Chinesische Rotbauchunken sind die farbenfrohsten Unken. Ihr Rückenpanzer ist herrlich grün mit schwarzen Musterungen, der Bauch wunderbar rot gefärbt. In der Terraristik gibt es auch eine blaue Zuchtform, die keinen grünen sondern einen türkisblauen Rücken hat.

Chinesische Rotbauchunken bewohnen Bäche und Tümpel in feuchtwarmen Gebirgsausläufern von Süd-China bis Ost-Sibirien, in Thailand, Korea und anderen südostasiatischen Ländern. Mit bis zu 6 cm Körperlänge wird die Chinesische Rotbauchunke etwas größer als unsere heimischen Unkenarten.

Die Chinesische Rotbauchunke steht, aufgrund der Verwechslungsmöglichkeit mit heimischen Arten zwar unter Schutz, ist jedoch in Deutschland nicht meldepflichtig.

Wusstest du schon, dass Unken sehr alt werden können? In der Natur bis zu 20 Jahre, in Gefangenschaft sogar noch älter!

Gelbbauchunken, Bombina variegata

Die Gelbbauchunke ist die zweite in Deutschland vorkommende Unkenart. Ihre Verbreitung in Deutschland, sie ist Bewohnerin des Berg- und Hügellands, kommt also vor allem in Süddeutschland vor. Die nördlichsten Vorkommen gibt es ganz im Süden von Niedersachsen. Außerdem kommt sie auch in der Schweiz, Österreich und in Luxemburg vor.

Gelbbauchunken sind etwas stämmiger und werden mit bis zu 5,5 cm etwas größer als Europäische Rotbauchunken. Meistens erreichen Gelbbauchunken jedoch eine Kopf-Rumpf-Länge von nur wenig über 4 cm.

Gelbbauchunken sonnen sich gerne, sind aber ansonsten selten außerhalb des Wassers zu finden.

Von der Gelbbauchunke gibt es in der Terraristik oft auch albinotische Tiere, mit roten Augen und weiß-gelblichem Körper. Die gelben Pigmente auf dem Bauch bleiben erhalten.

Der Fang wilder Gelbbauchunken ist verboten, sie werden jedoch schon lange in Gefangenschaft vermehrt. Nachgezogene Gelbbauchunken benötigen Artenschutzpapiere und sind meldepflichtig.

Riesenunke, Bombina maxima

Der Name lässt es schon erahnen, die Riesenunke ist die größte Unke. Wobei groß hier relativ ist, sie wird meistens auch nur 6,5 cm lang. Die Maximalgröße ist jedoch 7,5 cm.

Riesenunken bewohnen ein bergiges Gebiet in den chinesischen Provinzen Sichuan, Yunnan und Guizhou. Dort kommen sie in Höhenlagen von 2000-3300 Metern vor. Zum Vergleich: Die Gelbbauchunke bewohnt Höhen von 20 bis 2200 Metern über dem Meeresspiegel.

Aufgrund ihres Verbreitungsgebietes liebt es die Riesenunke kühler, als andere Unkenarten.

Größe des Aqua-Terrariums

Die AG Anuren der DGHT hat in ihren Haltungsrichtlinien eine Formel, nach der man die Mindestgröße der Unterbringung für bis zu vier Unken ausrechnen kann. Dazu benötigt man die Körperlänge der ausgewachsenen Unken. Das Landteil soll eine Fläche von der fünffachen Körperlänge mal der vierfachen Körperlänge haben. Das bedeutet bei einer Körperlänge von maximal 6 cm, dass das Landteil mindestens 30 x 24 cm haben soll. Der Wasserteil wird mit der sechsfachen mal der fünffachen Körperlänge errechnet. Bei bis zu 6 cm großen Unken soll es also mindestens 36 x 30 cm groß sein. Die Höhe des Terrariums soll der fünffachen Körperlänge entsprechen, also 30 cm. Aus einem handelsüblichen Aquarium oder Terrarium mit den Maßen 60x30x30 cm kann man also ein Aqua-Terrarium mit den Mindestmaßen für bis zu vier Unken herrichten. Für jede weitere Unke kommt die Fläche von fünffacher mal einfacher Länge für Wasserteil und nochmal fürs Landteil dazu. Ein einem größeren Becken, beispielsweise 80x40x40 cm, kann man jedoch einfacher eine schöne Landschaft gestallten und kann auch sechs bis sieben Unken pflegen.

Mindestgröße und mögliche Aufteilung eines Aqua-Terrariums für Unken

Es gibt ein ganz tolles Komplett-Set, mit allem was man zur Unken-Haltung benötigt. Es ist das Lucky Reptile Starter Kit Bombina/Pacman 80 cm. Es hat eine Grundfläche von 80×40 cm und ist mit Abdeckung 52 cm hoch. Es hat einen Glassteg eingeklebt, so dass man ein Wasserteil und ein Landteil gestalten kann. Es enthält auch einen Filter, Bodengrund, Lampe und vieles weiteres Zubehör. Man benötigt im Grunde nur noch Futter und die Unken!


Eingerichtetes Starter Kit Bombina. Das Komplettset kann man auf amazon.de kaufen!

Einrichtung

Das Aqua-Terrarium kann aus einem Aquarium oder einem Terrarium gebaut werden. Nimmt man ein Aquarium, so gilt es jedoch zu bedenken, dass Unken an Glasscheiben hochlaufen können. Daher ist es nötig, dass das Aquarium mit einem Gitter abgedeckt wird, damit die Unken nicht stiften gehen.

Der Wasserstand sollte für Chinesische Rotbauchunken und einheimische Arten zwischen fünf und fünfzehn Zentimetern betragen. Ideal ist es, wenn nicht ein gleicher Wasserstand in allen Bereichen des Wasserteils geboten wird, sondern die ganze Bandbreite der angegebenen Spanne geboten wird. So können die Unken wählen, welchen Wasserstand sie zu welcher Zeit bevorzugen!
Die Riesenunke benötigt tieferes Wasser (20 und 30 cm), braucht aber auch Flachwasserbereiche mit ca. 5 cm zum relaxen.

Auf den Boden des Wasserteils kann man eine flache Kies- oder Sandschicht einbringen. Der Wasserteil muss nicht unbedingt bepflanzt werden, es sieht mit etwas Wasserpest, Hornkraut, Wasserlinsen oder anderen Pflanzen schöner aus. Im Wasser müssen mit Moorkienholzwurzeln und Steinen Versteckmöglichkeiten geschaffen werden. Wenn diese bis kurz unter die Wasseroberfläche gehen, so nutzen die Tiere sie auch gerne zum ausruhen.

Der Landteil kann durch einkleben (mit Silikon) einer senkrechten Glasscheibe gestaltet werden. So kann man es mit etwas Blumenerde, Moos und Laub füllen. Alternativ kann man aus grobporigem Filterschwamm ein Landteil formen und mit Steinen beschweren. Es genügt, wenn circa ein Drittel der Gesamtfläche der Behausung das Landteil bildet.

Der Landteil kann sollte gut bepflanzt werden, so entstehen viele Versteckmöglichkeiten für die Tiere. Gut geeignet sind beispielsweise Kletterfeige (Ficus pumila), Efeutute (Epipremnum aureum), Baumfreund (Philodendron), Grünlilie (Chlorophytum comosum), Einblatt (Spathiphyllum), Kolbenfarn (Aglaonema) und Farne. Auch ein Landteil aus Filterschwamm kann bepflanzt werden, da spart man sich sogar das gießen der Pflanzen, da sie ja im Wasser stehen. Man sollte jedoch die Wurzeln komplett von der Erde befreien und kann dann ein Schlitz in den Filterschwamm machen und dort die Pflanze hineinstecken. Weitere Versteckmöglichkeiten kann man an Land (auch im Wasser) mit Kokosnussschalen und anderen kleinen Höhlen gestalten.

Sehr hübsch sieht es auch aus, wenn man ein Wassermoos, zum Beispiel Teichlebermoos (Riccia fluitans) oder Javamoos (Taxiphyllum barbieri ehemals Vesicularia dubyana), ins Aquaterrarium einbringt. Dieses kann unter Wasser gut wachsen, erobert jedoch auch kriechend feuchte Stellen an Land.

Beleuchtung

Gut geeignet zur Beleuchtung sind LEDs, für Aquarien und Terrarien werden sie inzwischen in vielen Varianten angeboten. Ich bevorzuge LEDs mit kaltweißem Lichtspektrum (also 6000 K bis 6500 K). Diese sorgen für ein gutes Pflanzenwachstum und herrliche Farben der Unken. Geeignet ist beispielsweise diese Lampe bei Amazon. Alternativ kann man beispielsweise auch diese LED-Leiste oder diese LED-Aufsatzleuchte nehmen.

Die Beleuchtungslänge sollte während der Aktivitätszeit zwischen 10 und 12 Stunden liegen.

Temperaturen

Mit Hilfe eines kleinen Spotstrahlers sollte eine Ecke des Landteils auf 30 – 35 °C erwärmt werden, so können sich die Tiere sonnen. Insbesondere Gelbbauchunken machen dies sehr gerne und ausgiebig. Das Sonnenbad dient den Tieren zur Erhöhung der Körpertemperatur, denn Amphibien sind wechselwarm und können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren (wie Säugetiere und Vögel).

Eine Beheizung des Wassers ist für keine Unkenart sinnvoll, wird das Aquaterrarium im Wohnraum aufgestellt, so genügt diese Temperatur vollkommen. Insbesondere für Riesenunken hat man meist das gegenteilige Problem, diese Unken bevorzugen relativ kühles Wasser (15 – 18 °C). Chinesische Rotbauchunken fühlen sich bei 18 – 25 °C am wohlsten. Unsere heimischen Rotbauch- und Gelbbauchunken bei 15 – 23 °C. Ohne eine Beheizung des Wassers schwankt die Temperatur natürlicherweise, so dass man den Tieren automatisch im Sommer eine höhere Temperatur als im Frühjahr und Herbst bietet.

Filterung & Wasserwechsel

Unken koten recht viel ins Wasser, daher ist ein Filter nötig. Die Schwierigkeit besteht in dem flachen Wasser, da kommen nicht viele Filter in Frage. Gut geeignet ist der Eheim miniFlat. Sobald der Durchfluss merklich nachlässt, sollte man die Filterpatrone gründlich mit handwarmem Wasser ausspülen und kann sie dann weiter verwenden.

Da ein Filter nicht alle Gift- und Schmutzstoffe restlos aus dem Aquarium entfernt, sollte man alle zwei Wochen ca. 50 % der Wassers gegen frisches Wasser der gleichen Temperatur austauschen. Ein Wasseraufbereiter ist nicht nötig.

Gruppenhaltung

Unken lassen sich gut in kleinen Gruppen halten, ideal sind sechs bis 12 Tiere. Man sollte immer mehr Weibchen als Männchen gemeinsam pflegen. Beispielsweise ein Männchen mit 2-3 Weibchen oder zwei Männchen mit vier Weibchen. Während der Paarungszeit kann man Männchen gut an den dunkelnen Brunftschwielen an den Innenseiten der Unterarme an Vorderbeinen erkennen. Bei Chinesischen Rotbauchunken sind die Schwimmhäute zwischen den Zehen ein ganzjährig erkennbares Geschlechtsmerkmal. Bei männlichen Chinesischen Rotbauchunken reichen sie bis zu den Zehenspitzen, bei den Weibchen nicht.

Man sollte keinesfalls verschiedene Unkenarten gemeinsam halten, da sie sich untereinander kreuzen. Die Nachkommen sind dann Mischlinge, die nicht zum Erhalt der Art beitragen können.

Fütterung

Unken sind “Fleischfresser”, wobei dies nicht bedeutet, dass sie schieres Fleisch fressen, sondern vornehmlich lebende Insekten.

Geeignete Futtertiere sind: Obstfliegen, Stubenfliegen, Tubifex, Mückenlarven, Blattläuse, Raupen, Maden, kleine Heimchen/Grillen, Asseln und besonders beliebt sind Regenwürmer.

Unken sind neugierige Gesellen. Sie begreifen relativ schnell, dass der Mensch ihnen Futter reichen kann. So kann man die Fröschlein “pinzettenzahm” bekommen, das bedeutet, dass sie Futter, das mit einer Pinzette hingehalten wird, gerne annehmen. Man kann die Futtertiere aber natürlich auch einfach ins Aquaterrarium geben und die Unken gehen selbst auf Jagd.

Eine tägliche Fütterung ist nicht nötig und führt nur zur Verfettung. Ausgewachsene Unken benötigen nur jeden zweiten bis dritten Tag Futter.

Es empfiehlt sich die Futtertiere einmal wöchentlich mit einem Vitamin-Mineralstoff-Präparat anzureichern. Gut geeignet ist beispielsweise Nekton Rep Color, dieses Präparat enthält auch Farbstoff in Form von Canthaxanthin und Apocarotinal, so behalten gerade Rotbauchunken einen hübsch gefärbten Bauch. Möchte man ein Präparat ohne Farbstoffe, so ist Herpetal Amphib gut geeignet. Um die Futtertiere mit einem pulverförmigen Präparat anzureichern, nimmt man eine kleine Menge und packt sie zusammen mit den Futtertieren in eine Dose. Die Dose wird kurz geschüttelt und schon sind die Futtertiere mit dem Vitamin-Mineralstoff-Pulver paniert.

Überwinterung

Die Überwinterung entspricht der Natur der Unken. In ihrem natürlichen Lebensraum überwintern alle Unken, da es im Winter recht kalt wird. Man muss jedoch zugeben, dass es nicht unbedingt nötig ist, die Unken bei 5-10 °C in feuchtem Moos im Kühlschrank überwintern. Selbst unsere heimischen Unken vermehren sich gut, wenn sie nur nicht zu warm überwintert werden. Im Winter sollte die Temperatur unter 18 °C sinken. Dies ist in einem kühlen Zimmer kein Problem.

Auch die Chinesische Rotbauchunke überwintert in der Natur etwas von Oktober bis April, je nach Wetterlage auch kürzer. Die Winterquartiere befinden sich an feuchten Stellen an Land, unter Laub und Steinen.

Zur Einleitung der Überwinterung wird die Beleuchtungslänge im Herbst schrittweise reduziert und die Temperatur langsam gesenkt. Die Fütterung wird ebenfalls reduziert und zehn Tage bevor die Unken in den Kühlschrank kommen ganz eingestellt. Alle Unkenarten kann man bei 5-10 °C im Kühlschrank überwintern. Dafür werden sie in eine Faunabox, die mit feuchtem Moos und etwas Laub gefüllt ist, gesetzt. Die Überwinterungslänge sollte zwischen sechs bis acht Wochen liegen. Länger ist aber auch möglich.

Zucht

Die Vermehrung von Unken ist nicht schwierig. Ein Erfolgsfaktor ist jedoch die Überwinterung! Zwei bis vier Monate nach der Überwinterung bilden die Weibchen Eier aus. Zur Paarung umklammern die Männchen die Weibchen in der Hüftregion, dies nennt man Amplexus. Die 40-110 Eier werden im Wasser an Pflanzen und Wurzeln knapp unter der Wasseroberfläche abgelegt, meist in mehreren Portionen.

Zur weiteren Entwicklung, empfiehlt es sich die Eier aus dem Aquarium mit den Eltern herauszunehmen. Nach ein paar Tagen bis einer Woche schlüpfen aus den Eiern die kleinen Kaulquappen. In den ersten paar Tagen ernähren sich die Kleinen noch von ihrem Dottersack. Danach kann man sie gut mit Fischflockenfutter ernähren, das nehmen sie gierig an, außerdem auch Wasserflöhe (Daphnia) und Hüpferlinge (Cyclops). Während der Aufzucht sollte man das Wasser alle paar Tage wechseln, da die Kaulquappen viel fressen und dementsprechend viele Ausscheidungen produzieren.

Witzigerweise kann man die Kaulquappen der einzelnen Unken anhand ihres Mauls erkennen. Die Europäische Rotbauchunke (Bombina bombina) hat einen dreieckig geformten Mund. Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) hat einen eher elliptischen Mund. Die Chinesische Rotbauchunke (Bombina orientalis) und die Riesenunke (Bombina maxima) haben einen fast runden Mund.

Nach 35 bis 40 Tagen beginnt die Metamorphose, so nennt sich die Umwandlung von der Kaulquappe zum Frosch. Jungfrösche gehen dann auch erstmals an Land. Zunächst empfiehlt es sich, die Jungfrösche, für die ersten vier Monate, in sauberen Becken auf feuchtem Küchenpapier zu halten. Stellt man das Aquarium leicht schräg, so kann man einen flachen Wasserteil und ein (durch das Küchenpapier feuchtes) Landteil gestallten. Gute Belüftung ist wichtig, aber mit einem Gitter sollte das Aufzuchtbecken ausbruchssicher sein. Die erste Zeit nehmen die Jungfrösche lebende Tubifex und Fruchtfliegen sowie Mikro-Heimchen gut an. Gerade während der Aufzucht ist eine ausreichende Vitamin-Versorgung extrem wichtig. Es können die selben Präparate verwendet werden, wie weiter oben im Bereich Fütterung beschrieben.

Erwerb

Im Zoohandel werden vornehmlich Chinesische Rotbauchunken angeboten. Leider handelt es sich oftmals um Wildfänge, diese sind anfälliger als Nachzuchten. Es ist unbedingt empfehlenswert europäische Nachzuchten zu kaufen. Diese sind in der Regel gesünder und langlebiger. Auf www.terraristik.com werden regelmäßig verschiedene gezüchtete Unken angeboten. Dort ist es empfehlenswert mit dem wissenschaftlichen Namen der Unke zu suchen, da die deutschen Trivialnamen oft nicht mit angegeben werden. Viele der Züchter bieten auch einen Tierversand mit einer speziellen Tierspedition an, falls in der Nähe kein Züchter ist.

Eignung für Kinder

Für Kinder sind insbesondere die Chinesischen Rotbauchunken geeignet. Sie sind als europäische Nachzuchten robust und einfach zu halten. Mit etwas Unterstützung gelingt es schon Teenagern ab etwa 12 Jahren. Die Unken eignen sich nicht als Kuscheltier, sondern können vornehmlich bei ihrem drolligen Verhalten beobachtet werden. Man kann Unken soweit “zähmen”, dass die Futter von der Pinzette nehmen. Dies gelingt bei der Unterbringung in einem Terrarium besser als bei einem Aquarium. Denn beim Aquarium muss man von oben hineingreifen, darauf reagieren die Unken mit Flucht, da sie es für einen Beutegreifer halten. Greift man jedoch bei einem Terrarium von vorne hinein, so sind die Unken ruhiger und werden einfacher pinzettenzahm.

Unken sind tagaktiv, wobei sie insbesondere in der Dämmerung aktiv werden. Die Unkenrufe der männlichen Tiere sind zwar gut hörbar, aber längst nicht so laut wie man es von anderen Fröschen kennt. Eine Lärmbelästigung geht von den possierlichen Unken nicht aus. Die Rufaktivität im Terrarium ist am Morgen und Abend am höchsten, Nachts sind die Tiere in der Regel ruhig.

Buchtipp

Es gibt ein empfehlenswertes Buch über Unken. Es heißt “Die Chinesische Rotbauchunke” von Manfred Rogner und ist im Natur und Tier-Verlag erschienen.