Laufrad für Hamster: pro und kontra

Kein Käfig ist so groß, dass das Laufbedürfnis von Hamstern gestillt werden kann. Daher ist es unbedingt empfehlenswert jedem Hamster ein Laufrad in den Käfig zu stellen.

Größe des Laufrads

Leider sind viele der im Zoohandel angebotenen Laufräder zu klein für Hamster. Bei einem zu geringen Durchmesser krümmt sich beim Rennen die Wirbelsäule völlig unnatürlich durch, was auf Dauer für den Hamster zu schmerzhaften Folgeerkrankungen führen kann. Das ideale Laufrad hat folgende Größe:

Mindestdurchmesser für Goldhamster: 28-30 cm

Mindestdurchmesser für Zwerghamster: 20-25 cm

Goldhamster im Laufrad
Hamster nutzen gerne Laufräder. Auf den richtigen Durchmesser kommt es an!

Wichtig ist außerdem eine geschlossene Lauffläche, also kein Gitter auf dem der Hamster laufen soll. Es passiert leider zu schnell, dass er sich seine kleinen Füßchen darin einklemmt. Die Rückwand des Laufrads muss eine geschlossene Fläche sein, die Vorderseite vollständig offen, das heißt ohne Streben.

Geeignete Laufräder

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Laufrad für Zwerghamster: https://amzn.to/3A4MBgB*

Nicht geeignet sind Metall-Laufräder, Plastik-Laufräder, Laufteller oder sogenannte „Hamsterkugeln“.

Warum laufen Hamster im Laufrad?

Warum Hamster und andere Nagetiere in Laufrädern laufen ist der Wissenschaft nicht ganz klar. Vermutlich geht es in erster Linie um die Befriedigung eines Bewegungsbedürfnisses. Das Rennen im Laufrad ist also weder eine Stereotypie noch ein Ersatzverhalten. Hamster laufen im Laufrad um zu laufen! Witzigerweise müssen Hamster nicht lernen wie ein Laufrad zu nutzen ist. Wenn sie das erste mal ein Laufrad betreten haben Hamster ganz schnell raus was man damit machen kann.

Die zurückgelegten Strecken im Laufrad sind erstaunlich, in einer Nacht schafft ein Hamster zwischen 3 und fast 19 km!

VONLANTHEN 2003

Haben Laufräder positiven Einfluss auf das Verhalten?

Manchmal stehen Laufräder in der Kritik, weil es zugeben nicht natürlich ist, dass Hamster in einem Laufrad rennen. In der Natur gibt es schließlich keine Laufräder. In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich jedoch, dass Verhaltensstörungen wie nagen am Käfiggitter und nagen an Trinkflaschen deutlich reduziert sind, wenn den Goldhamstern Laufräder zur Verfügung standen. Zudem zeigen die Hamster dann Komfortverhalten (wie sich putzen) über einen längeren Zeitraum. Die Nachzucht klappt bei Goldhamstern mit Laufrad zudem besser, sie haben größere Würfe und ziehen mehr Jungtiere auf, als Hamster ohne Laufrad. Haben weibliche Hamster ein Laufrad, so fressen sie auch seltener ihre Jungtiere auf.

Machen Laufräder süchtig?

Hamster werden nicht süchtig nach dem Laufrad, wenn Hamstermütter Jungtiere aufziehen, so reduzieren sie ihre Laufradnutzung auf nahezu null um sich den Babys zu widmen. Ein süchtiger Hamster würde das nicht machen. Wenn man doch das Gefühl hat, dass der eigene Hamster süchtig nach dem Laufrad sein soll, so ist es möglich ihm das Laufrad nur zeitweise zur Verfügung zu stellen. Am Anfang der Nacht (und somit der aktiven Zeit) nutzen Hamster das Laufrad am häufigsten. Man kann das Laufrad also seinem Hamster am Abend zur Verfügung stellen und kurz bevor man selbst zu Bett geht herausnehmen. So kann der Hamster einerseits das Laufrad nutzen und andererseits während der restlichen Nacht anderen Aktivitäten nachgehen.

Literatur

Vonlanthen, E. M. (2003): Einflüsse der Laufradnutzung auf ausgewählte ethologische, morphologische und reproduktionsbiologische Parameter beim Syrischen Goldhamster (Mesocricetus auratus). – Dissertation, Universität Bern, 151 S.