Dürfen Wellensittiche Aprikose fressen? Ja!

Ab Ende Mai sind Aprikosen im Handel verfügbar, die Hauptsaison ist jedoch Juli und August. Dann sind Aprikosen ein tolles Obst für Wellensittiche. Auch an andere Papageien, Kanarienvögel und Prachtfinken essen gerne Aprikosen. Grundsätzlich ist das Fruchtfleisch der Aprikose als Futter für Ziervögel geeignet.

Getrocknete Aprikosen sind grundsätzlich auch als Futter für Vögel geeignet, werden von vielen Exemplaren aber nicht so gut angenommen wie frische Aprikosen.

Wellensittiche und andere Ziervögel dürfen Aprikose fressen

Wie immer gilt: Abwechslung ist das Zauberwort für eine artgerechte Ernährung. Daher sollten Aprikosen nicht täglich auf dem Speiseplan von Wellensittichen stehen. Aber ein bis zwei mal pro Woche kann man sie ruhig verfüttern. Vor dem Verfüttern muss die Aprikose unter fließendem Wasser gewaschen werden, dann muss es auch nicht unbedingt eine Bio-Gurke sein.

Wie viel Aprikose fressen Ziervögel?

Grundsätzlich werden Aprikosen von allen Ziervögeln meistens gerne gefressen. Aber es gibt natürlich Unterschiede in der Menge, die von verschiedenen Vogelarten gefressen wird. Wellensittiche bevorzugen in der Regel Körner, während andere Vögel neben Sämereien auch viel Beifutter aufnehmen.

So frisst ein Pärchen Wellensittiche pro Tag etwas mehr als ein Gramm Aprikose. Die etwas kleineren Kanarienvögel kommen hingegen auf sieben Gramm Aprikose pro Paar am Tag. Ein Pärchen Rosenköpfchen schafft ebenfalls etwas mehr als ein Gramm Aprikose am Tag, zusätzlich zum Körnerfutter, zu fressen.

Ziervogelgefressene Aprikose pro Paar pro Tag
Kanarienvögel7,09 g ± 3,34
Wellensittiche1,24 g ± 0,64
Rosenköpfchen1,13 g ± 0,94

Aprikosenaufnahme verschiedener Ziervögel in g ursprüngliche Substanz pro Paar pro Tag (WAPELHORST 2014)

Aprikosen-Kerne

Als Steinfrucht enthält jede Aprikose einen Kern, der von einer Schale umgeben ist. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen bitteren und süßen Aprikosenkernen. Die süßen Aprikosenkerne schmecken etwas nach Mandeln und sind von Menschen und Vögeln essbar. Die bitteren Kerne hingegen enthalten Amygdalin und dieser Stoff wird im Körper zu giftiger Blausäure umgebaut. Die bitteren Kerne von Aprikosen darf man daher nicht verfüttern.

Aprikosen sind ein geeignetes Zusatzfutter für verschiedene Ziervögel

Nährstoffe in Aprikosen

Klassischerweise fehlen in der Ernährung von Wellensittichen vor allem zwei Nährstoffe: Kalzium und Vitamin A.

Der Kalziumgehalt von Aprikosen ist niedrig. Einen Kalziummangel kann man bei allen Vögeln mit Aprikosen also nicht ausgleichen. Zumal Aprikosen auch mehr Phosphor als Kalzium enthalten und daher ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis haben.

Der Gehalt an Beta-Carotin von Aprikosen ist mit 109 mg/kg TS (entspricht 181.703 IE Vitamin A/kg TS) nicht so extrem hoch. Klar, Äpfel haben mit 1,92 mg/kg TS noch weniger, aber die Möhre enthält 644 mg/kg TS (SOUCI et al. 2000). Dennoch führt das Angebot von Aprikosen beim Wellensittich zu einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin A, ebenso bei Kanarienvögeln und Rosenköpfchen (WAPELHORST 2014).

Nährstoff-Analyse-Daten von Aprkosen in der Trockensubstanz (TS) bzw. Wasser in der ursprünglichen/feuchten Substanz (uS) (aus WAPELHORST 2014):

Trockensubstanz g/kg uS142
Wasser g/kg uS858
Rohasche g/kg TS78,1
Rohprotein g/kg TS102
Rohfett g/kg TS8,94
Rohfaser g/kg TS48,7
Zucker g/kg TS730
Kalzium g/kg TS2,14
Phosphor g/kg TS2,54
Ca/P-Verhältnis0,843
Natrium g/kg TS<0,1
Kalium g/kg TS28,8
Magnesium g/kg TS1,10
Chlorid g/kg TS<0,35
Kupfer mg/kg TS2,11
Zink mg/kg TS39,1
Eisen mg/kg TS27,1
Mangan mg/kg TS1,67

Nährstoff in Aprikosen (uS = ursprüngliche Substanz, TS = Trockensubstanz (“ohne Wasser”)

Literatur

SOUCI, S. W., W. FACHMANN, H. KRAUT, H. SCHERZT & F. SENSER (2000): Die Zusammensetzung der Lebensmittel – Nährwert-Tabellen. – Medpharm Scientific Publishers (Stuttgart), 1182 S.*

WAPELHORST, X. (2014): Untersuchungen zur Aufnahme und Bedeutung von Beifutter für die Nährstoffversorgung granivorer Ziervogelspezies (Kanarienvögel, Wellensittiche, Rosenköpfchen). – Dr. Hut-Verlag (München), 165 S.